
Es gibt Menschen, die verschwinden. Die nach schweren Zeiten einfach nicht mehr da sind. Mathias Gottwald ist nicht verschwunden. Er war still. Er hat aufgeräumt. Er hat sich erinnert, wer er ist. Und jetzt ist er zurück — mit einer Holding, einem Journal, einer Haltung und einer Botschaft: Egal wer Du warst. Das Jetzt zählt.
Manche Geschichten beginnen mit einem Erfolg. Diese hier beginnt mit dem Gegenteil.
Mathias Gottwald sitzt nicht auf einem Thron, den er immer schon hatte. Er sitzt auf einem, den er sich zurückerobert hat. Stück für Stück. Jahr für Jahr. Durch Scheitern, durch Stille, durch eine Ehrlichkeit mit sich selbst, die die meisten Menschen nie aufbringen — weil sie zu viel kostet.
Diese Geschichte ist kein Erfolgsbericht. Sie ist ein Rechenschaftsbericht. Und gleichzeitig ein Versprechen.
Warum jetzt die Gottwald Holding? Warum jetzt das Journal? Warum jetzt diese Öffentlichkeit, diese Haltung, diese Sichtbarkeit? Weil jetzt der Moment ist. Weil alles andere vorher nötig war, um hier anzukommen. Und weil Mathias Gottwald einer ist, der nicht davonläuft.
Es gibt einen Satz in einem Zeugnis aus der zweiten Klasse, der alles sagt. Nicht über das, was falsch war. Sondern über das, was immer schon da war. „Kommunikationsprovokativ" — so wurde Mathias Gottwald als Kind beschrieben. Nicht acht Jahre alt. In der zweiten Klasse.
Was damals als Kritik gemeint war, ist heute eine Beschreibung. Eine präzise. Denn wer Dinge hinterfragt, wer nicht einfach funktioniert, wer auf Widersprüche hinweist — der war in einem System, das auf Konformität gebaut ist, schon immer ein Störfaktor.
Das Problem war nicht Mathias Gottwald. Das Problem war das System.
Aber das versteht man nicht mit acht Jahren. Mit acht Jahren lernt man, was das System von einem will. Man lernt, sich anzupassen. Man lernt, Ecken abzuschleifen, die zu scharf sind. Man lernt zu schweigen, wo man eigentlich sprechen will. Man lernt, ein Rädchen zu sein.
Ich war ein typisches Opfer des Systems. Ausgebildet, darin zu funktionieren. Und demzufolge habe ich nur systemkonforme Entscheidungen getroffen — zumindest habe ich das immer so geglaubt.
Es gibt in jedem Leben Momente, in denen das Fundament bricht. Nicht wackelt — bricht. Momente, in denen man nicht mehr weiß, wer man ist. Nicht mehr weiß, was man will. Nicht mehr weiß, was man jemandem sagen soll, wenn er fragt, wie es einem geht.
Mathias Gottwald hat diese Momente erlebt. Mehrere davon. Projekte, die gescheitert sind. Persönliche Rückschläge, die sich aufgetürmt haben. Und dann — eine schwere Depression.
Das ist wie, als wenn einem das eigene Leben entgleitet. Auf einmal ist man nur noch Passagier im eigenen Leben.
Das ist ein Satz, den viele kennen. Den aber die wenigsten aussprechen. Weil er zu viel preisgibt. Weil in einer Gesellschaft, die Stärke performt, Schwäche einzugestehen als Niederlage gilt.
Mathias Gottwald gesteht sie ein. Bewusst. Öffentlich. Weil er verstanden hat, dass genau diese Ehrlichkeit die Voraussetzung für alles andere ist.
Wenn man keine Antworten auf die Fragen der Menschen hat, dann ist das schwierig. Wenn man selbst keine Antworten auf die eigenen Fragen hat, dann ist es noch viel schwieriger.
Es gibt Menschen, die nach dem Scheitern neu anfangen — und dabei alles hinter sich lassen. Die Schulden vergessen. Die Verpflichtungen ignorieren. Die Menschen, denen sie etwas schulden, nicht mehr anrufen.
Mathias Gottwald ist nicht dieser Mensch.
Ich habe Menschen in meinem Leben, die mich unterstützt haben, die mir vertraut haben. Denen gegenüber fühle ich mich noch verpflichtet. Ich bin keiner, der davonläuft.
Das ist keine Schwäche. Das ist Charakter. Er hat nie die Absicht gehabt zu fliehen. Und genau das — diese Grundüberzeugung, dass man das, was man angerichtet hat, auch aufräumt — war paradoxerweise der Anker, der ihn gehalten hat, als alles andere wegbrach.
Ich komme zurück. Nur dazu muss man erst mal sich selbst aufräumen.
Es gibt keine Abkürzung durch das Aufräumen. Keine App, die den Prozess beschleunigt. Keine Methode, die das Eingestehen von Fehlern komfortabler macht.
Was Mathias Gottwald in diesen Jahren getan hat, ist unspektakulär und gleichzeitig fundamental: Er hat aufgehört zu rennen. Er hat aufgehört, das System zu bedienen. Er hat angefangen, sich selbst Fragen zu stellen, die er vorher verdrängt hatte. Was war richtig? Was war falsch? Was habe ich mir selbst eingeredet, weil es bequemer war als die Wahrheit?
Und dann kam etwas, das alles veränderte. Eine Nahtoderfahrung. Ein Moment, in dem das Leben plötzlich eine andere Klarheit hatte — weil es fast vorbei war.
Ich hatte das Privileg, gezeigt zu bekommen, dass es noch mehr gibt. Dass da noch was anderes ist.
Manche Menschen brauchen eine Katastrophe, um zu verstehen, was wichtig ist. Mathias Gottwald hatte eine. Und er hat daraus eine Konsequenz gezogen, die seitdem alles bestimmt: Er entscheidet nur noch wertebasiert.
Wenn ich das nicht mag, wenn mir das nicht passt, wenn das nicht stimmig ist — dann lass ich es.
Mathias Gottwald benutzt ein hartes Wort, wenn er über das alte Unternehmertum spricht. Sklaverei.
Wenn man etwas tut und das nicht aus persönlicher Leidenschaft, aus Intention, aus Passion tut — dann ist man nichts anderes als ein Sklave. Weil man dann das tut, was jemand anderes will.
Das gilt für Angestellte. Aber es gilt genauso für Unternehmer, Selbstständige, Freelancer. Das System lässt einen glauben, man sei frei — solange man das liefert, was das System will. Echte Freiheit sieht anders aus. Sie beginnt mit der Frage: Wofür stehe ich wirklich? Was will ich wirklich bauen? Für wen?
Für Mathias Gottwald war die Antwort auf diese Fragen der Beginn von allem, was jetzt kommt. Die Gottwald Holding. Das Journal. Die Projekte. Das ist kein zufälliges Portfolio. Das ist eine konsequente Architektur — gebaut aus Werten, nicht aus Opportunismus.
Es gibt einen Moment in diesem Gespräch, der alles zusammenfasst. Mathias Gottwald spricht darüber, wem Jesus seine Botschaft anvertraut hat. Nicht den Mächtigen. Nicht den Gebildeten. Nicht den Systemkonformen. Fischerleuten. Handwerkern. Menschen am Rand.
Man braucht sich ja nur anzuschauen, wen er sich ausgesucht hat.
Das ist keine religiöse Aussage. Es ist eine über Potenzial. Über Herkunft. Über die Lüge, dass nur bestimmte Menschen das Recht haben, Großes zu tun.
Ich bin unglaublich dankbar dafür, erkannt zu haben, was ich in meinem Leben alles falsch gemacht habe. Weil das mir erst wieder die Kraft geschenkt hat, die Dinge richtig anzugehen.
Das ist die Botschaft. Nicht: Ich habe alles richtig gemacht. Sondern: Ich habe alles erlebt. Die Höhen. Die Tiefen. Jedes Extrem. Und ich habe mich entschieden.
Nicht weil alles perfekt ist. Nicht weil alle offenen Themen geklärt sind. Nicht weil der Weg einfach ist.
Sondern weil Stillstand keine Option ist. Weil Weglaufen keine Option ist. Weil ein Mensch, der präsent ist, wirkt. Und ein Mensch, der wirkt, verändert.
Solang wir nicht davonlaufen, sind wir da. Wenn wir da sind, sind wir präsent. Wenn wir präsent sind, wirken wir. Wenn wir wirken, verändern wir.
Das ist der Grund für das Journal. Das ist der Grund für die Holding. Das ist der Grund für die Projekte, die Sichtbarkeit, die Haltung.
Egal wo Du herkommst. Egal was passiert ist. Egal wer Du warst.
Das Jetzt zählt. Das Hier zählt. Das Momentum zählt.
Und wer das versteht — für den ist dieser Artikel nicht nur die Geschichte von Mathias Gottwald. Sondern ein Spiegel.
Dieser Artikel ist kein Erfolgsbericht — er ist das ehrlichste Fundament, das ein Unternehmer legen kann: die Geschichte des Scheiterns, der Stille, der Nahtoderfahrung und der Entscheidung, nicht davonzulaufen — sondern zurückzukommen und zu wirken.
Rechtlicher Hinweis: Dieser Artikel ist ein journalistisches Portrait und gibt redaktionelle Einordnungen sowie persönliche Aussagen der porträtierten Person wieder. Er stellt keine Anlage-, Rechts- oder Finanzberatung dar. Eigentümer und Herausgeber: GOTT WALD Holding LLC, Tiflis, Georgien.